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| veröffentlicht in der Computerwelt 22.6.2001 Peter
Pirker |
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| Wien – Als die AS/400 vor rund zehn Jahren auf den Markt
kam, um die in die Jahre gekommene S/38 abzulösen, war das World Wide Web noch
in den Kinderschuhen. Die AS/400 war bedingt durch ihre Vorzüge wie
Stabilität, hohe Sicherheit und hohe Zuverlässigkeit, sowie die relationale
Datenbank DB2 eine beliebte Plattform für die Entwicklung von kommerziellen
Softwarepaketen. |
| Seither hat sich in der IT-Welt viel verändert. Die AS/400
heißt nun iSeries und das Internet hat mittlerweile in alle Bereiche unseres
täglichen Lebens Einzug gehalten. Der iSeries haftet jedoch noch immer das
Image der grünen, textorientierten Bildschirme an und gilt als veraltet und
unmodern. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass in ihrem Herzen der
selbe PowerPC arbeitet, der auch für die pSeries (vormals RS/6000) verwendet
wird. |
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| Wissen nutzen – hochperformantes Java |
| Auf der iSeries laufen eine Reihe von Applikationen, die zum
Teil über die Jahre gewachsen sind und in denen oft die Geschäftsprozesse
eines ganzen Unternehmens gespeichert sind. Was liegt näher, als diesen
Wissenschatz zu nützen? Die iSeries bietet nämlich die besten Voraussetzungen,
aus diesen altmodischen Applikationen echte |
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| E-Business-Geschäftsanwendungen zu bauen |
Zudem bietet sie eine gute Performance der Java-Plattform,
da die virtuellen Maschinen nicht auf das Betriebssystem aufgesetzt sind. Die
Architektur erlaubt es, dass die virtuelle Maschine direkt in das
Betriebssystem eingebaut ist. Das ergibt einen der leistungsstärksten
Java-Server, den es auf dem Markt gibt. Mit Visual Age for Java (Enterprise
Edition) und der AS/400 Toolbox für Java werden weitere Werkzeuge angeboten,
um Java-Applikationen auf der iSeries zu entwickeln.
WebSphere Standard Edition wird seit V4R3 als Bestandteil des Betriebssystems
ausgeliefert und erlaubt Servlets und Java Server Pages (JSP) laufen zu
lassen. Um Enterprise Java Beans (EJB) und damit die volle Java 2 Enterprise
Edition (J2EE) auszunutzen, muss zusätzlich die WebSphere Advanced Edition
erworben werden.
Mit WebSphere 4.0 wird die Standard-Version aufgelassen (siehe COMPUTERWEL
23/01, Seite 10). Dafür unterstützen dann alle Versionen die volle J2EE. Für
die iSeries bedeutet das, dass WebSphere nicht mehr kostenlos zur Verfügung
steht. IBM hat aber angekündigt, dass der Nachfolger entweder ein
WebSphere-Derivat sein werde oder Tomcat, die Open-Source-Implementierung der
J2EE durch die Apache Foundation. Die Tomcat-Implementierung hätte den
Vorteil, dass die volle J2EE zur Verfügung stehen würde. |
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| Neue BetriebssystemVersion |
| Zusätzlich kommen mit Release V5R1 des Betriebssystems
OS/400 Erweiterungen, um die iSeries als E-Business-Plattform weiter zu
etablieren. Ein XML-Parser sowie XSL werden direkt in das Betriebssystem
integriert. Diese können direkt von Java-, C++-, RPG- oder Cobol-Anwendungen
aufgerufen werden. Über XSL können XML-Daten in andere Format wie HTML
konvertiert werden. In die Datenbank DB2 UDB wird ein XML-Extender eingebaut.
Damit können XML-Ausgaben aus bestehenden DB2-Informationen generiert werden,
und XML-Daten können in DB2-Tabellen gespeichert werden. Dabei kann entweder
das gesamte XML-Dokument in einem Feld abgelegt werden oder den einzelnen
Felder des Dokuments werden Spalten der Tabelle zugeordnet. |
| Um die Entwicklung von E-Business-Applikationen zu
vereinfachen, werden im neuen WebSphere Development Studio sowohl die
bestehenden Entwicklungswerkzeuge (PDM, SDA, SEU), die Compiler, wie auch
Client-basierende Tools wie CODE/400, WebSphereStudio und Visual Age for Java
zusammengefasst. Diese Tools erlauben es beispielsweise aus bestehenden
Bildschirmdateien (DDS) Java Server Pages zu erstellen. Mit Release V5R1 ist
es auch möglich, Linux-Distributionen wie SuSE oder Red Hat auf der iSeries zu
betreiben und auch auf dieses bewährte Web-Betriebssystem zu setzen. |
| Um aus Applikationen E-Business-Anwendungen zu erstellen,
muss der Aufbau geändert werden. Bestehende Anwendungen haben in den meisten
Fällen die folgenden Programmteile in ein und demselben Code: Geschäftslogik,
Datenbankzugriffe und Benutzerschnittstelle. Für E-Business Applikationen
müssen diese Teile in sogenannte Tiers unterteilt werden. |
| Bei der Aufteilung der Applikation in einzelne Tiers, wird
der weiterzuverwendende Programmcode in Module und Prozeduren ausgelagert.
Dabei wird aus den bestehenden Programmen die eigentliche Geschäftslogik
extrahiert. Dieses Ausgraben von »wertvollem« Code wird unter anderem als
Application Mining bezeichnet. Der gefundene Code wird dann in eine moderne
Umgebung (zum Beispiel ILE RPG) kopiert. Diese Umstellung ist mit einem
zeitlichen geringeren Aufwand durchzuführen als die Neuprogrammierung (zum
Beispiel in Java). Bei den Datenbankzugriffen kann der bestehende Code
ebenfalls in Module ausgelagert werden; oder sie werden als SQL-Statements in
RPG oder Java-Programme einbebunden (imbedded SQL). Die nun neuerstellten
Komponenten können in zukünftigen Projekten schrittweise in EJBs konvertiert
werden. Abschließend werden die Benutzerschnittstellen mit Servlets oder JSP
erstellt. |
| Die Weiterverwendung von Programmcode und die schrittweise
Modernisierung einer Applikation erlaubt einen evolutionären und sichereren
Ansatz, im Gegensatz zu einer kompletten Neuentwicklung auf einer neuen
Plattform, bei der das Risiko weitaus höher ist. Durch einen schrittweisen
Umstieg auf die Java-Welt werden aus den bestehenden altmodischen Anwendungen
mit der Zeit Anwendungen, die auch plattformunabhängig betrieben werden
können. |
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| Endziel: Plattformunabhängigkeit |
| Die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, sind vielfältig:
Die neuen Anwendungen können im Inter-, Intra- oder Extranet positioniert
werden. Den Geschäftspartnern kann damit ein beschränkter Zugriff auf das
eigene System erlaubt werden. Heimarbeiter können von ihrem Arbeitsplatz zu
Hause genauso auf Programme zugreifen, wie sie es an ihrem Arbeitsplatz in der
Firma gewohnt sind. Softwarefirmen können neue Kundenschichten erreichen,
indem sie als Applikation Service Provider ihre Software über das Internet zur
Miete anbieten. |
| Es ist klar, dass der Wechsel von den altmodischen grünen
Bildschirmen zu modernen Web-Applikationen nicht etwas ist, das von heute auf
morgen durchgeführt werden kann. Mit einem Ziel vor Augen und einer guten
Planung, ist er jedoch leichter als man denkt. Die technischen Voraussetzungen
dafür sind jedenfalls bereits vorhanden. |
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| Peter Pirker ist freier IT-Consultant mit dem Schwerpunkt
E-Business. |
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| Folgende grundlegende Bausteine sind notwendig um
E-Business-Applikationen zu erstellen: |
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| 1. Ein HTTP-Server, um die Seiten im Internet zu
veröffentlichen. Jede iSeries hat als Bestandteil ihres Betriebssystems einen
HTTP-Server, wobei zusätzlich zum originalen HTTP-Server auch ein
Apache-Server betrieben werden kann. |
| 2. Java als Plattform |
| 3. Ein Applikationsserver zum Betrieb von Servlets
und Java Server Pages, um Inhalte im Web dynamisch aufzubereiten. |
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